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Wiki, Weite, Wahrheit

Na dann gestehe ich es halt. Mir ist es auch (mindestens einmal) passiert: ich hab mich von der Welle verführen lassen und -lang ists her- einen spöttisch-polemischen Beitrag gegen Deutsche-Bank-Chef Ackermann gemacht. Ich fühlte mich auch durchaus im sicheren Besitz der Wahrheit, schließlich stand das, was wir aufs Korn genommen haben (enorm hohe, pervers hoch erscheinende Renditeziele der Bank bei gleichzeitiger Entlassung von Mitarbeitern) bei nahezu allen Kollegen damals in der Kritik. Das Meinungsbild klar, quasi von taz bis Welt, alle sahen es, zumindest wenn ich es richtig erinnere, im Prinzip ähnlich: soooo gehts nicht, Herr Ackermann. Die letzte Renditemark rausquetschen und arme Mitarbeiter dabei über die Klinge springen lassen. Soooo nicht. Und so schwangen auch wir das mediale Fernseh-Fallbeil. Ein halbes Jahr später hab ich erschreckt gelernt, dass diese medialen Kritikwelle  falsch war (Man muss beim “Renditevergleich” zwischen Banken und “normalen” Unternehmen das völlig unterschiedliche Bezugssystem mitdenken und dann relativieren sich die “pervers hohen” Ansprüche H.Ackermanns und schmelzen auf Normalmaß. Und die entlassenen, armen und geknechteten Mitarbeiter in Wahrheit Spitzenverdiener / Investmentbanker, deren kurzfristiges Hire and Fire oft im Gehalt “eingepreist” ist). Bis heute ärgert mich mein Fehler und er kam mir jetzt wieder in den Sinn, als ich den interessanten Post von Antje Schrupp gelesen habe. Sie fing an, an ihrem eigenen Wissen zu zweifeln, weil da eine richtige Welle im Internet dagegen stand.
wiki

Ich halte das für lesenswert, da viele Journalisten (ich auch oft, wenn ich es mir nicht immer wieder klar mache) die Gefahr unterschätzen, dass -wenn was an zahlreichen Stellen im Netz zu finden ist- trotzdem nicht stimmen muss, da sich alle auf die gleiche “Urquelle” z.B. wikipedia beziehen.

Mein Lieblings-Lehrstück dazu: Stalins Badezimmer oder wie ein Kollege wiki fälschte und es fast nicht mehr einfangen konnte…

 

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