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Aufgereihte Leichensäcke an einem hübschen italienischen Hafen. Hallen voller Särge, rote Rosen drauf. Dramagegenstücke, schaurig und auch ästhetisch, zum Aufregen ohne Konsequenzen ganz prima. Und prompt springen nun alle auf das Thema “Flüchtlinge” an: Medien, Politiker, Gutmenschen, Rechtsstaats-Grenzverteidiger. Der Wucht der Bilder und der Verlockung (und der Quote) des Schauers kann offenbar niemand widerstehen. Staatstragende Reden, Politiker mit tränenerstickter Stimme. Zynisch mag man sagen: bin gespannt, wie lange das Thema “hält”. Und dann kotzen gehen, ob der Fakten: In den vergangenen 25 Jahren sind fast 20tausend Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Wir haben meist die Augen bequem zugelassen, sie sind halt nicht medienwirksam genug ertrunken.

Und nun?
In meinen Seminaren versuche ich klarzumachen, dass wir Journalisten nie zynisch werden dürfen, nie abstumpfen. Manchmal fällt das aber eben verdammt schwer. Schwer, zu hoffen, dass vielleicht die eine oder andere Krokodilsträne doch zu einer echten wird und schwer zu hoffen, dass “wir” das Thema wirklich so lange beackern, bis sich substanziell was tut.
Oder wie der Tagesschau-Kollege in einem bemerkenswerten Beitrag sagte über irgendeine Tagung morgen, “aber niemand erwartet Entscheidungen, die uns solche Bilder in Zukunft ersparen werden”. Schade, also für uns…

 

 

die PR-Gefangenen

Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt beeindruckt mich jedes Mal. Nicht wegen der Autos oder der Show, sondern ob der Tatsache, dass die Autoindustrie es seit Jahrzehnten schafft, auch viele völlig unnütze, unpraktische, überteuerte oder ökologisch mehr als fragwürdige Autos an den Mann zu bringen. Die Autoindustrie ist eigentlich die Traumfabrik, nicht Hollywood…Ein kleine erklärung, ein kleiner PR-Trick dabei ist einer, gegen den man sich schlecht wehren kann. Denn auf jeder Automesse stehen natürlich bildstark und Träume generierend sehr hübsche Frauen neben den Autos. Bei den italienischen Herstellern oft langbeinige Blondinen (god knows why), bei Skoda alle in grünen Jeans etc. … Der Witz dabei: die Damen sind nach den beiden offiziellen Pressetagen fast alle weg. Die stehen da nur fürs Fernsehen. Traum-Verkauf. Und wir Fernsehfritzen – die PR-Gefangenen.

Meine Suche nach Spritssparern…(auch nur fast ohne Hostessen)

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Fukushima

 

Seit meinem Interview mit Sebastian Pflugbeil, dem Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz, und meiner Recherche zur Situation in Japan schaue ich wieder genauer hin und stelle enttäuscht fest: es wird kaum mehr berichtet. Und das, obwohl offenbar die Brennstäbe immer noch nicht unter Kontrolle sind. Im Gegenteil: die Gefahr, dass die Ruine zusammenkracht, bevor es gelungen ist, die Brennstäbe in sichere Castoren zu verpacken, wird anscheinend täglich größer, der Boden unter dem AKW ist wohl aufgeweicht, die Ruine sackt ab, die Konstruktion, mit der die Brennstäbe aus der Ruine geholt werden sollen, ist längst nicht fertig. Wenn die Ruine zusammenkracht, wäre es eine kaum mehr vorstellbare Katastrophe.  Unser Gefühl, dass “Fukushima” also her vorbei ist, trügt. Wir sollten regelmäßig weiterberichten. So wie zumindest heute Spiegel Online.

aktuell: "Tepco weiss …nicht, was den Anstieg verursacht hat" http://t.co/Fw7ZUHrDJq mein Hintergrund: AKW u Auto http://t.co/gKsR5rf0iy

— Christoph Ulmer (@christophulmer) July 10, 2013

mal wieder…

…was vor, nicht nur für Publikum arbeiten. Freue mich sehr, wird hoffentlich ganz spannend.

Mobilitaetsforum2013

http://www.ulmer.tv/wp-content/uploads/2013/07/mobilitaetsforum2013_21final1.pdf

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